01.07.2025
Tag 26 – Finale „Viva Iberia“.
Ankommen.
Die letzte Etappe: Rund 300 Kilometer durch den südlichen Schwarzwald, dann ganz entspannt entlang des oberen Donautals bis Ulm. Noch einmal zeigt sich der Sommer von seiner dramatischen Seite: Gewitter, Hagel, und endlich ein echter Landregen. Die perfekte Kulisse für einen leisen Abschied von der Straße.
Über kleine, vertraute Straßen fahre ich zurück nach Harburg – dort, wo alles begann. Der Kreis schließt sich.
7.770 Kilometer liegen hinter mir. Unzählige Eindrücke, Landschaften, Begegnungen, Herausforderungen – ein inneres Reisetagebuch, das erst noch sortiert werden will. Die Hitze, der Staub, die Euphorie, die Ruhe, das Staunen, das Alleinsein.
Doch bevor ich all das verarbeite, überwiegt ein Gefühl:
Das Ankommen.
Zuhause.
Bei der Familie.
Nachbetrachtung – Viva Iberia.
Die Straßen liegen hinter mir, die Karte ist voll gezeichnet, das Motorrad steht in der Garage. Doch in meinem Kopf läuft sie weiter – die Reise.
Viva Iberia war mehr als eine Tour über die Iberische Halbinsel. Es war ein Eintauchen in Landschaften, in Stille, in Hitze, in Kühle, in Städte und Dörfer, in Zufälle, Begegnungen und Einsamkeit.
Es war eine Reise mit und zu mir selbst.
Ich bin gefahren, um zu erleben, nicht zu fliehen. Und ich habe erlebt – intensiver, direkter, ungefilterter als je zuvor. Vom ersten Kilometer an war es meine Straße, mein Takt, mein Weg.
Ich war allein – und doch nie wirklich einsam.
Ich habe gespürt, wie klein man auf dem Motorrad in der Weite werden kann – und wie groß die Freude ist, wenn man irgendwo im Nirgendwo ein offenes Lächeln, einen schattigen Platz oder einfach nur einen Schluck kaltes Wasser findet.
Was bleibt?
Die Vielfalt: Vom rauen Nordatlantik über die kargen Hochebenen Kastiliens bis hin zu den grünen Höhen der Pyrenäen – kein Tag war wie der andere.
Die Menschen: Offen, hilfsbereit, neugierig – besonders, wenn man allein unterwegs ist.
Die Erkenntnis: Ich kann das. Ich bin allein durch fünf Länder gefahren, habe improvisiert, geplant, verworfen und wiedergefunden.
Die Dankbarkeit: Für das Erlebte. Für die Technik, die gehalten hat. Für die Gesundheit, die mitspielte. Für die Familie, die zuhause wartete.
7.770 Kilometer, auf Asphalt, Schotter, in Sonne, Sturm und Regen.
Eine Erfahrung, die Zeit braucht, um zu sacken. Und doch weiß ich jetzt schon: Sie hat mich verändert.
Viva Iberia – vielleicht beginnt sie jetzt erst richtig. In Gedanken. In Geschichten. In Bildern.
Wer den Film zur Reise sehen will - hier ist der Link:
Viva-Iberia - Motorrad.Süden.Freiheit - der Film auf Youtube











