Manchmal beginnt eine Reise lange bevor der Motor startet.
Mit einem Gedanken.
Mit einer Karte.
Mit diesem leisen Ziehen irgendwo zwischen Fernweh und Neugier.
Die Idee war einfach: die Iberische Halbinsel umrunden. Spanien und Portugal auf eigenen Rädern erfahren. Nicht als Tourist, nicht als Durchreisender – sondern als Motorradfahrer. Mit Zeit. Mit Offenheit. Und allein.
Allein – das war vielleicht der entscheidendste Teil des Plans.
Nicht, um Einsamkeit zu suchen. Sondern um Klarheit zu finden. Um Entscheidungen selbst zu treffen. Um den eigenen Rhythmus zu spüren. Wann ich fahre. Wann ich halte. Wann ich bleibe.
Die Route? Grob gesteckt.
Frankreich als Tor zum Süden. Die Pyrenäen als Schwelle. Dann Spaniens Norden, der Atlantik, Portugal bis hinunter nach Sagres – dem südwestlichsten Punkt Europas. Zurück über Andalusien, entlang der Mittelmeerküste, wieder hinauf Richtung Frankreich und schließlich nach Hause.
Doch jede Linie auf einer Karte ist nur Theorie.
Erst die Straße macht sie wirklich.
Ich wusste, es würde heiß werden. Ich wusste, es würden lange Tage im Sattel sein. Ich wusste, es würde Momente geben, in denen Technik, Wetter oder Körper nicht mitspielen.
Aber ich wusste auch: Genau darin liegt der Reiz.
Die Africa Twin war vorbereitet.
Zelt, Werkzeug, Ersatzteile, Kleidung – alles verstaut.
Eine Mischung aus Abenteuerlust und Respekt begleitete mich.
Was würde diese Reise mit mir machen?
Würde das Alleinsein tragen – oder drücken?
Würde ich mich treiben lassen können?
Diese Fragen blieben offen.
Und genau deshalb musste ich losfahren.
Viva Iberia ist mehr als eine geografische Umrundung.
Es ist der Versuch, unterwegs zu sein – wirklich unterwegs.
Mit Staub auf den Stiefeln, Sonne im Nacken und dem Horizont als täglichem Ziel.
Der Rest würde sich ergeben.
Wie immer auf der Straße.