10.06.2025
Tag 5 – In die Schlucht, über die Berge nach Spanien
Der Süden schläft noch, als ich aufbreche. Meine Schwester winkt zum Abschied. Dann drehe ich den Zündschlüssel – der vertraute Klang des Motors. Es geht wieder los.
Ich lasse die Weite der Ebenen hinter mir und fahre Richtung Corbières. Schon bald beginnen die Hügel, die Kurven, das leise Klettern in die Gorges de Galamus. Eine schmale Straße, die sich durch Felswände zwngt, als hätte jemand sie mit einem Taschenmesser hineingeschnitten. Unten rauscht der Fluss. Über mir nur Stein, Himmel und ab und zu ein Kreuz am Rand. Es ist still und dramatisch zugleich.Tank und Mittagspause irgendwo vor der Grenze – ein Sandwich, ein Café solo.
Dann: Spanien. Der Grenzübertritt ist unspektakulär – aber das Land dahinter fühlt sich sofort anders an. Herber. Wärmer. Leichter. Ich finde die N260, diese legendäre Straße durch die Pyrenäen, von der ich schon 2012 so begeistert war. Kurve an Kurve, kaum Verkehr, nur das Rauschen des Winds am Helm und das konstante Spiel mit Gas, Bremse, Blick.
Am Nachmittag wird die Landschaft weiter, das Licht goldener. Ich folge der Straße Richtung Aragón, verliere mich in der Weite, bis ich irgendwann ankomme: Camping Isábena. Ein Tal, wie gemacht zum Ankommen. Zypressen, Grillenzirpen, Schatten zwischen den Pinien. Ich baue das Zelt auf, atme durch.
Heute war ein Tag, wie ich ihn mir vorgestellt habe: Straße, Natur, Kurven – und dieses Gefühl, ganz bei sich zu sein, ohne nach sich zu suchen.
⤍ Tag 5 📍 Start: Cazouls-les-Béziers (F) 📍 Ziel: Camping Isábena (ES)
🛣️ Route: Gorges de Galamus → Grenze → N260 via Sort → Isábena-Tal
🕓 Kilometer: ca. 430 km 🌤️ Wetter: von 26 - 38 °C, meist sonnig, leichter Wind, zuletzt ein Gewitter
🏍️ Fahrzeit: ca. 8 Stunden, viele Kurven
🏕️ Übernachtung: Zelt unter Bäumen, Blick in die Berge
👋 Begegnung des Tages: Mein Zeltnachbar, auch ein alleinreisender Reise-Endurofahrer aus Holland
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