08./09.06.2025
Tage 3 & 4 – Stillstand
Stillstand fühlt sich plötzlich ungewohnt an. Kein Helm. Kein Brummen unter mir. Nur der langsame Rhythmus eines kleinen Ortes im Süden Frankreichs. Cazouls-les-Béziers – vertraut, warm, entspannt.
Zwei Tage lang lasse ich das Motorrad einfach stehen. Es parkt sicher in der kleinen Garage, staubig und zufrieden, als hätte es auch gewusst, dass eine Pause jetzt richtig ist.
Morgen werde ich mal alles durchchecken, die Kette fetten und volltanken. Ich wasche meine Klamotten, trinke Kaffee auf der Terasse, esse zu viel gutes Essen und lasse mir Wein einschenken, den es so nur hier gibt.
Es ist Pfingsten. Die Straßen sind ruhig. Die Zeit bei Petra und Klaus ist entspannend. Gespräche drehen sich um alles und nichts. Erinnerungen. Zukunft. Familie. Dinge, für die im Alltag oft keine Zeit bleibt.
Ich merke, wie sehr ich das gebraucht habe – nicht nur körperlich. Der Kopf fährt langsamer, das Herz gleichmäßiger. Reisen ist nicht immer Bewegung. Manchmal ist es auch: ankommen, ohne zu bleiben.
Noch zwei Tage, denke ich. Dann wieder Süden. Dann Spanien.
Aber nicht heute.
Heute Abend gibt’s noch etwas Besonderes: Florian ist angekommen – mein Neffe mit Familie. Wir essen zusammen Muscheln, die Petra und ich heute ganz frisch beim Produzenten am Meer geholt haben. Es ist ein kleiner Abschied für mich – morgen geht’s weiter. Und gleichzeitig ein Willkommen für ihn. Übergabe und Geschichten am Tisch. Leben in Etappen.
Es geht weiter – weg vom ruhigen Süden Frankreichs, hinein in die Pyrenäen. Die Gorges de Galamus steht morgen auf dem Plan: schmale Straße, Felswände, tiefe Schlucht – ein echtes Highlight zum Einstieg. Danach überschreite ich die Grenze nach Spanien und folge der legendären N260 Richtung Sort und hoffe, noch bis ins Isabenatal zu gelangen. So ist der grobe Plan - mal schauen, was kommt!
Insta360-Shot:







