22.06.2025
Tag 17 – Am Ende Europas
Heute Nachmittag stand ich dort: am Cabo de São Vicente. Wind, Wellen, Weite – dieser Ort hat etwas Ursprüngliches. Die Klippen fallen steil ins tosende Meer, Möwen kreisen, der Leuchtturm trotzt dem Wind. Früher glaubte man, hier sei das Ende der Welt – und ein bisschen fühlt es sich immer noch so an.
Sagres selbst wirkt entspannt, fast verschlafen. Auf dem Campingplatz Orbitur habe ich mir eine Boogie-Hütte mit Strom und Klimaanlage gegönnt – genau das Richtige nach den heißen Tagen. Kein Zelt aufbauen, keine Heringe im trockenen Boden – einfach ankommen und durchatmen.
Das Cabo de São Vicente markiert den südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands und liegt an der rauen Atlantikküste der Algarve, nahe der Stadt Sagres. Bis ins Mittelalter galt das Kap als „Ende der Welt“ – entsprechend dramatisch präsentiert sich hier die Landschaft: bis zu 75 Meter hohe, steil abfallende Klippen, tosende Brandung und ein weiter Blick über den offenen Ozean.
Wahrzeichen des Kaps ist der rot-weiße Leuchtturm, der zu den lichtstärksten Europas zählt. Besonders eindrucksvoll sind die Sonnenuntergänge, wenn die Felsen in warmes Licht getaucht werden und der Wind vom Atlantik über die Hochebene weht.
Für Besucher empfiehlt sich wetterfeste Kleidung, denn selbst im Sommer kann es hier sehr windig sein. Parkplätze und ein kleines Besucherzentrum sind vorhanden, gastronomische Angebote jedoch begrenzt. Wer die kraftvolle, ursprüngliche Seite der Algarve erleben möchte, findet am Cabo de São Vicente einen Ort von eindrucksvoller Weite und historischer Bedeutung.
Vorschau Tag 18 – Küstenbummel und Grenzfahrt
Morgen lasse ich es ruhig angehen: Die Strecke führt gemütlich entlang der Südküste Portugals Richtung Osten – die Algarve zeigt sich hier von ihrer sanften, weniger überlaufenen Seite. Genügend Zeit, um den ein oder anderen kleinen Ort oder Aussichtspunkt mitzunehmen – vielleicht ein Café-Stopp in Tavira, ein Spaziergang durch Cacela Velha oder einfach ein Blick über die Lagunen der Ria Formosa.
Am Nachmittag dann ein besonderer Moment: Mit der kleinen Fähre von Vila Real de Santo António setze ich über den Rio Guadiana nach Ayamonte – Spanien, neues Kapitel.
In der Nähe von Cartaya werde ich mein Quartier für die Nacht aufschlagen. Vielleicht ein Campingplatz unter Pinien, vielleicht ein kleines Zimmer – Hauptsache ruhig. Der Abend soll mit andalusischem Licht und dem Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, ausklingen.
Mal sehen, was auf mich zukommt.


















