Herbsttour 2022

Südtirol - Dolomiten - Friaul - Kärnten
29.10.2022 - 01.11.2022 (1400 km in 4 Tagen)

 

Nun hat es also doch noch geklappt. Nachdem Wuschel und ich unsere Septembertour krankheitsbedingt absagen mussten (wir wollten 5-6 Tage in die Westalpen), tat sich nun noch ein Zeitfenster auf, an dem auch das Wetter passen sollte. Mit einem "Brückentag" konnten wir unsere letzte Tour des Jahres 2022 in Angriff nehmen.
Ich konnte bereits am Samstag morgens los, Wuschel musste bis Mittag arbeiten und so machten wir den Treffpunkt Brixen für den Abend aus.
Zeit war genug um auf langweilige Autobahnfahrten zu verzichten und bei der Anfahrt den ein oder anderen Pass mitzunehmen.
Unser Plan war es, ab Brixen durch die Dolomiten ins Friaul zu fahren, dort die ein oder andere schöne Runde zu drehen und dann über Slowenien und Kärnten wieder Richtung Norden zu fahren.

 

Tag 1:
Harburg - Brixen 

Route:
Augsburg - Schongau - Füssen - Reutte in Tirol - Hahntennjoch - Imst - Ötztal - Timmelsjoch - Jaufenpass - Sterzing - Brixen

Download der Route ab Reutte

 

Der Wetterbericht sagte "Traumwetter" voraus, mit einem Brückentag konnte man 4 Urlaubstage bekommen, so dass davon auszugehen war, dass auf den Hauptrouten in die Alpen jede Menge Menschen unterwegs sein sollten.
Ich entschied mich für meine Anreise nach Brixen nicht die schnelle Route über Garmisch, Innsbruck und den Brenner zu nehmen, sondern fuhr über meine "Hausstrecke" über Füssen, Reutte, Hahntennjoch und das Ötztal und Timmelsjoch hinunter nach Südtirol.

Ein guter Entschluss, denn der Verkehr hielt sich in Grenzen und so konnte ich eine entspannte Anreise bei Traumwetter genießen.  

 

 

Am Hahntennjoch war fast nix los

In Imst wurde die erste kleine Pause eingelegt. Da drüben auf dem Bänkchen genoss ich mein 2. Frühstück.

Weiter durch das Ötztal hinauf auf das Timmelsjoch. Es war schon erstaunlich, wie viele Alpenpässe am letzten Oktoberwochenende 2022 noch offen waren!
Uns Biker hats gefreut!

Blick vom Timmelsjoch Richtung Norden

In Südtirol war es fast sommerlich warm. Weiter ging es über den Jaufenpass hinüber nach Sterzing.

kleine Kaffeepause auf der Passhöhe. Im T-Shirt in der Sonne sitzen und geniessen, ein Traum!

In Sterzing ging es auf die Bundesstraße, um zügig in Neustift bei Brixen anzukommen. Jetzt erst mal ein Stiefelbier und hoffen, dass Wuschel auch bald ankommen wird.

 

Es dauerte dann doch noch bis 18:30 h, bis mein Kumpel Wuschel ankam. Er kam erst gegen 13:30 h los und hatte auf der Hauptroute über den Brenner jede Menge Verkehr.

Zu allem Übel streike dann auch noch seine KTM 990 Adventure. Sie schaffte es bis zum Hotelparkplatz und dann sprang sie nicht mehr an. Die Batterie war komplett zusammengebrochen. Toller Start unserer Tour. Morgen war Sonntag und damit alle Läden geschlossen. ADAC hatte auch keine für uns befriedigende Lösung — sie wollten am Montag das Moped abholen und in eine Werkstatt bringen. 
Was nun?

Sollte ich alleine los? Das kam nicht in Frage!

Wie wäre es mit Starthilfe? Können wir ein Starthilfekabel organisieren? Ein freundlicher Mitarbeiter des Hotels sicherte uns für Sonntag morgen zu, von zuhause eines mitzubringen. Also hofften wir, das wir mit dem klassischen Autostarthilfekabel an die Pole der Mopeds kommen würden.

Wir verbrachten noch einen schönen Abend im Hotel und waren gespannt, ob morgen alles klappen würde.

 

 
Tag 2

Brixen — Arta Terme

Download der geplanten Route

Wir waren gespannt, ob die Kathi wiederbelebt werden konnte. Die Batterieanschlüsse der Mopeds waren schnell freigelegt. Dabei war schon zu sehen, das die Kathi einen wunderbaren Bypass zum Pluspol hatte — das war schon mal sehr gut. Bei der Honda sah es dann allerdings anders aus. Plus- und Minuspol waren zwar gut zu erreichen, aber für die klobigen Zangen des Starthilfekabels dann doch sehr klein.

Wir schafften es aber doch, eine stabile Verbindung aufzubauen. Das Starten der KTM war dann kein Problem mehr! 

Hurra, die Tour konnte also weitergehen.

Wir hatten natürlich viel Zeit verloren, waren aber froh, dass es nun weiterging. Das Kabel nahmen wir zur Sicherheit mit. Um eine neue Batterie wollten wir uns dann am Montag kümmern. Also sollten wir heute Abend in der Nähe einer etwas größeren Ortschaft Quartier machen. 

Die Route ging in östlicher Richtung über das Würzjoch, weiter über den Passo Valparola, Passo di Falzarego nach Cortina, weiter über den Passo Tre Croci nach Auronzo di Cadore am Lago di Santa Caterina. Von da auf den kleinen Straßen SP619 und SP33 an den Lago di Sauris. Durch die abenteuerlichen Tunnel auf den Passo di Pura und weiter nach Ampezzo. Geplant war dann noch der Monte Zoncolan und die Panoramica Delle Vette. Das war nicht zu schaffen. Zum einen ging uns die Stunde von heute morgen ab und zum anderen wurde es Ende Oktober doch sehr schnell dunkel. Deshalb entschieden wir uns, Zoncolan und Panoramica auf den nächsten Tag zu verschieben. Unter normalen Umständen im Sommer geht sich das mit der Route aber aus.

Wir fanden ein gutes Hotel in Arta Terme (Albergo Gardel) und verbrachten dort einen schönen Abend.

 

 

 

kleine Sträßchen führten uns von Brixen auf den Passo delle Erbe

 

die Felsformationen in den Dolomiten sind immer wieder beeindruckend

Der Passo Valparola hat mir in meiner Sammlung noch gefehlt 

 

oberhalb von Cortina d`Ampezzo

Blick hinunter nach Cortina

Die Strecken am Lago di Sauris sind faszinierend. 

Wer gerne auf Schotter unterwegs ist, für den bietet diese Gegend zahlreiche Almwege und Schotterstrecken (z.B. Forcella Lavardet, Forcella Ielma, Malga Chiadinis, Monte Zoufplan).
Infos zum Endurowandern im Friaul findet ihr bei Wolf von Bike on Tour 

 

 

Die Strecke nach Ampezzo führt über diese einspurigen Tunnel über den Passo di Pura.

 Blick auf Ampezzo

 

Tag 3

Arta Terme - Sirnitz

 Heute wollen wir endlich die Panoramica Delle Vette in Angriff nehmen und dann über den Monte Zoncolan weiter Richtung Slowenien und Kärnten fahren. Doch zuerst sollte es eine neue Batterie für die KTM geben. Am Vorabend erfuhren wir, dass es im Nachbarort Sutrio eine kleine Werkstatt gibt,die uns evtl. weiterhelfen kann. 
Die KTM sprang an und so ging es kurz nach 8:30 Uhr nach Sutrio. Die Werkstatt war schon auf und mit Händen und Füßen und dank des Google-Übersetzers konnten wir mit dem freundlichen Chef der Werkstatt schnell einig werden. Die Batterie war natürlich nicht da, aber es wurde uns versichert, dass sie binnen einer Stunde da sei. Ok, Auftrag erteilt und dann ab auf einem Moped in den Dorfkern (ein Bild für Götter- zwei Elefanten auf einem Moped). Mit Barbesuch und Rundgang durch den schönen Ort vertrieben wir uns die Zeit. 
Die Batterie wurde pünktlich geliefert und so konnten wir gegen 11:00 Uhr unsere Tour fortsetzen.

Auf gehts zur Panoramica. Bestes Wetter mit Traumfernsicht war vorhanden. Jetzt musste nur noch die Auffahrt möglich sein (in den letzten Jahren hatte ich bereits drei vergebliche Anläufe unternommen - immer waren Holzarbeiten im Gange). Aber es sollte nicht sein, wieder versperrten uns die Holzrücker die Auffahrt - schade!

Wir kehrten um und fuhren dann vom Westen her über den Zoncolan mit seiner schmalen, steilen und kurvenreichen Westauffahrt. 
Kurz nach Mittag landeten wir wieder in Sutrio und mussten entscheiden, wie es weitergeht. Wir wollten bis Sirnitz in Kärnten (oberhalb von Feldkirchen) kommen. Wir entschieden uns, über die S24 nach Paluzza und weiter über die kurvige S23 ins Bergsteigerdorf Paularo zu fahren. Nach einer kurzen Pause nahmen wir die teilweise einspurige Strecke über den Lanzenpass (Cason di Lanza) in Angriff. In Pontebba ging es dann über den Nassfeldpass hinüber nach Österreich. Über Villach und Feldkirchen erreichten wir - inzwischen war es schon dunkel - unsere Unterkunft in Sirnitz im Gasthof Scheiber.

Hier gibt es wieder die ursprüngliche Route zum Download, die machbar gewesen wäre,wenn es die Umstände erlaubt hätten.

Download der geplanten Route Tag 3

Download Panoramica delle Vette Osteinstieg

 

 

Die Westrampe hinauf zum Monte Zoncolan ist anspruchsvoll da steil, schmal und mit einigen engen Kehren versehen

im obereren Bereich gibt es ein paar einspurige, dunkle Tunnel.

oben angekommen genossen wir die Aussicht und das schöne Wetter

von Paularo aus ging es 30 km auf einer kleinen Straße über die Lanzer Alm nach Pontebba. Dort gibt es auch einen Abzweig, der über Schotter auf die Straninger Alm in Österreich führt.

 

Tag 4

Sirnitz - Bernau am Chiemsee

 

Über die Nockalmstraße (mautpflichtig) führt die Route Richtung Tauern, dann Richtung Salzburg und in Hallein Richtung Berchtesgaden (dort kann die Roßfeld-Panorama-Straße (mautpflichtig) mitgenommen werden. Weiter entlang der Deutschen Alpenstraße Richtung Reit im Winkl und dann hinaus an den Chiemsee. Von dort dann über die A8 nach Hause.

Leider hatte die Nockalmstraße genau ab 01.11. Wintersperre, so dass wir die Strecke über die Turracher Höhe wählten.

 

Download der geplanten Route

 

In Schneizlreuth saßen wir Mittags noch beim Wurznwirt auf der Terasse und genossen Sonne und Essen.

 

Gegen 16:30 h kamen wir wohlbehalten wieder zuhause an. Wieder einmal zeigte sich, dass man flexibel sein muss, wenn mal Unwägbarkeiten auftreten. Einfach das Beste aus der Situation machen und nicht aufgeben!
Wir hatten Spaß, jede Menge Kurven und Traumwetter.

Vielen Dank an Wuschel fürs Dabeisein und euch fürs Lesen!

 


 

   
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